Produktionsplanung und -steuerung (PPS)

Hand in Hand arbeiten

Der PSIpenta Produktionsplanung und -steuerung PPS sichert die durchgängige Bearbeitung aller Fertigungsaufträge von der auftragsbezogenen Einzel- und Wiederholfertigung über die Varianten- bis zur Serienfertigung. Die gestufte Planung ermöglicht die simultane Planung von Material und Kapazität über alle Produktionsebenen.

Produktionsplanung und -steuerung ERP-System PSIpenta
©Fotolia, Ingo Bartussek

Leistungsmerkmale

  • Gestufte Planung mit simultaner Betrachtung des Materials und der Kapazität
  • Fertigungsgrobplanung: gezielte Planung von Engpassmaterial und -Kapazitäten
  • Fertigungsfeinplanung: mehrstufige Auflösung von Stücklisten und Arbeitsplänen, Verfügbarkeitsprüfung für Materialien und Kapazitäten, detaillierte Planung der Fertigungsaufträge, "wachsende Stücklisten"
  • Kuppelproduktion: parallele Abbildung von Haupt- und Nebenprodukten sowie Material- und Kostenverteilung nach Äquivalenziffern
  • Fertigungsstrukturen: erleichterte Wiederverwendung durch komfortable Kopierfunktionen selbst für Teile ohne Teile-Nummer (Exoten), Kuppelproduktion
  • Kapazitätswitschaft: permanente Auslastungsplanung von Belegungseinheiten
  • Fertigungsauftragssteuerung: Korrektur- und Steuerungsmöglichkeiten in allen Planungsebenen
  • Auftragsaktivierung: sofortige Weiterverarbeitung der Fertigungsauftragsdaten für Kalkulation, Kostenrechnung, etc.

Fertigungsgrobplanung

Die Grobplanung in PSIpenta PPS dient der gezielten Planung von Engpassmaterial und -Kapazitäten. Auf der Basis einstufiger Material- und Kapazitätstabellen wird frühzeitig die Disposition dieser Engpässe durchgeführt und die Termineinhaltung gesichert. Die so geplanten Materialkomponenten (Eigenfertigung oder Fremdbezug) mit langer Wiederbeschaffungszeit dienen der Verkürzung von Durchlaufzeiten des Projektes.

Fertigungsfeinplanung

Die Feinplanung löst Stücklisten und Arbeitspläne mehrstufig auf, prüft die Verfügbarkeit von Materialien und Kapazitäten und plant detaillierte Fertigungsaufträge ein. Für Artikel, deren Stücklisten und Arbeitspläne zum Zeitpunkt der Auftragsbearbeitung bekannt sind, werden die Komponentenmengen und deren Bedarfstermine von der Bedarfsermittlung festgelegt. Standardartikel sollten möglichst automatisch disponiert, entsprechend der in der Materialdispostion festgelegten Dispositionsverfahren, in die Fertigung eingesteuert werden. Für sogenannte "wachsende Stücklisten", also schrittweise entstehende Fertigungsstrukturen, stehen komfortable Planungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Kuppelproduktion

In einem Fertigungsprozess fallen häufig gewollt oder ungewollt mehrere unterschiedliche Produkte an, so genannte Kuppelprodukte. Zum Beispiel werden das linke und das rechte Gehäuse eines Autoaußenspiegels in einem Arbeitsgang gefertigt. Wirtschaftlich verwertbare Nebenprodukte können dabei die Gesamtkosten des Hauptprodukts (z. B. über bessere Materialausnutzung) senken. Bei der Planung und Steuerung der Kuppelproduktion können gleichwertige Produkte entstehen oder es handelt sich um Nebenprodukte bzw. Abfall. Die Einsatzmaterialien können für alle Produkte gleich oder aber auch verschieden sein. Die gleichzeitig gefertigte Anzahl von Kuppelprodukten kann fest definiert sein (mit einem Stanzvorgang entstehen immer linker und rechter Kotflügel) oder variabel (bei einem Spritzvorgang können verschiedene Formen offen bzw. abgedeckt sein). Auch die Menge der Einsatzmaterialien kann fest sein, unabhängig von der Anzahl der gleichzeitig gefertigten Produkte, oder sie kann von dieser Anzahl abhängen. Ebenso wird bei der Arbeitsgangdauer verfahren. Bei dem oben erwähnten Stanzvorgang wird also ein rechter Kotflügel als Hauptprodukt und der linke Kotflügel, mit Einfüllstutzen, als Nebenprodukt angelegt. Der linke Kotflügel ist eine spezielle Komponente des Hauptprodukts (rechter Kotflügel). Beide Artikel teilen sich eine Entnahmestücklistenposition, wobei die Materialverteilung anhand einer Äquivalenzziffer, in diesem Fall 0,5 (Hälfte), aufgeteilt wird. Außerdem hat der linke Kotflügel noch eine weitere Entnahmestücklistenposition, den Einfüllstutzen. Mit Hilfe dieser Grunddaten lassen sich beliebige Kombinationen erstellen und im Fertigungsprozess flexibel umsetzen. Hierbei hilft die strikte Aufteilung zwischen Basis- und Fertigungsgrunddaten. Wenn also ein Fertigungsauftrag angelegt wird, werden die Basisstückliste und der -arbeitsplan in die Fertigungsstückliste und den -arbeitsplan kopiert, so dass bis zum Fertigungsauftragsbeginn alle Daten angepasst werden können. Durch die frühe Berücksichtigung der zusätzlichen Arbeitsfolgen für Hauptprodukt, Nebenprodukte oder zusätzliche Komponenten der mit einem Auftrag entstehenden Erzeugnisse wird der Planungsaufwand reduziert.

Auftragsaktivierung

Mit der ein- oder mehrstufigen Aktivierung werden eine Mengen- und Terminrechnung sowie Deckungsrechnungen und Reservierungen durchgeführt. Die Bedarfstermine der einzelnen Komponenten werden errechnet. Auch Umplanungen hinsichtlich Mengen und Terminen oder Stornierungen werden hier umgesetzt.

Auftragsfreigabe

Mit der Freigabe wird die Fertigung gestartet. Damit sind auch die Freigabe von Buchungsvorgängen zu einem Fertigungsauftrag (Kostenträger) und der Belegdruck verbunden. Die Freigabe kann nach verschiedenen Kriterien erfolgen. 

Fertigungsstrukturen

Für die Komposition von Fertigungsaufträgen bei kundenauftragsbezogenen Fertigungsaufträge mit hoher Varianz bzw. mit Einzelfertigungscharakter kann der Anwender sowohl auf auftragsneutrale Standardstrukturen (z. B. Stücklisten oder Arbeitspläne) als auch auf aktuelle oder archivierte Strukturen von Fertigungsaufträgen zurückgreifen. Es besteht immer die Möglichkeit, automatisch erzeugte Strukturen nachträglich zu ändern. Die Fertigungsaufträge enthalten alle für die Fertigung wichtigen Informationen (z. B. Komponenten, Mengen, Termine, Ressourcen, Zeiten). Vielfältige Sichten liefern Informationen zum Status, Mengen und Auftragsfortschritt auch komplexer mehrstufiger Fertigungsaufträge.

Rückmeldenummern

Für die Verwaltung der Fertigungsaufträge werden Rückmeldenummern benutzt, die den in der Praxis üblichen Fertigungsauftragsnummern entsprechen. Die Rückmeldenummern dienen zur eindeutigen Identifizierung der Fertigungsaufträge, auch ohne Artikelbezug („Exoten“-Artikel).

„Exoten“-Artikel

Einmalartikel, die nicht wiederverwendet werden, werden ohne Vergabe einer Artikelnummer in der Fertigung und Beschaffung disponiert. Diese „Exoten“ plant der Anwender auf allen Ebenen der Fertigungsstrukturen als Baugruppe oder auch als Enderzeugnis.

Kapazitätswirtschaft

Die Kapazitätswirtschaft ermöglicht eine permanente Auslastungsplanung von Belegungseinheiten. Die tatsächliche Kapazitätsauslastung der Belegungseinheiten wird in Auslastungsanzeigen angezeigt, so dass entsprechend vorausschauend reagiert werden kann.

Fertigungsauftragssteuerung

Für alle Planungsaktivitäten werden Korrektur- und Steuerungsmöglichkeiten bereitgestellt, um flexibel auf Störungen und Planabweichungen im Betrieb reagieren zu können. So können Arbeitsgänge hinsichtlich Mengen und Terminen korrigiert oder gesplittet werden. Der Kundenauftragsbezug ist bei Bedarf für einzelne Aufträge oder ganze Strukturen änderbar.

Fertigungsauftragscontrolling

Überwachungsfunktionen erleichtern die Produktionssteuerung und helfen bei der termingemäßen Durchsetzung der Aufträge:

  • Fehlmengenprüfung
  • Mengenabweichung
  • Terminabweichung
  • Zeitabweichungen
  • Terminverzüge
  • Auslastung
  • Unfertige Erzeugnisse
  • Auftragsfortschritt

Fertigungsrückmeldung

Die Fertigungsrückmeldungen dienen zur Erfassung des tatsächlichen Verlaufs von Fertigungsaufträgen bezüglich der Fertigungs- und Lohnrückmeldungen. Für die geplanten und freigegebenen Arbeitsgänge werden Ist-Daten erfasst. Ebenso lassen sich erst im Fertigungsprozess auftretende Zusatzarbeitsgänge berücksichtigen. Retrograde Entnahmebuchungen sind bei Auftragsteil- oder -fertigmeldungen durchführbar.

Schrott

Bei der Schrottbehandlung wird grundsätzlich zwischen geplantem Schrott (negative Stücklistenposition bei Auftragseinplanung) und ungeplantem Schrott (Ausschussbuchungen, Buchung ungeplanter Wareneingang Schrott) unterschieden.

Fertigungsarchiv

Fertigungsaufträge können unabhängig von ihrem Bearbeitungsstatus archiviert werden. Die zugehörigen Auftrags-, Artikel-, Stücklisten- und Arbeitsplandaten stehen bei Bedarf zur Verfügung. Diese archivierten Aufträge können als Datenquelle für die Erzeugung von neuen Fertigungsaufträgen dienen.