04.01.2010

Anwendungen auch in China nutzen

Der Geschäftsbereich Komponentenfertigung der Felss-Gruppe entschied sich 2007 für ein Start-up in China - mit ERP-Unterstützung von Beginn an. Eine detaillierte Planung und ein zuverlässiges Systemhaus verhalfen zum Erfolg.

Schon 1984 entwickelte sich mit dem Joint Venture von Shanghai VW in China ein interessanter Markt für den Geschäftsbereich Komponentenfertigung von Felss und andere europäische Investoren. Zulieferer, die Teile vor Ort mit konstant hoher Qualität für die chinesische Automobilproduktion fertigen wollen, haben beste Entwicklugnschancen. Als international tätige Kunden der Gruppee 2007 bei der Felss-Tochter anfragten, ob man auch in China Teile produzieren könne, trat die Geschäftsleitung daher unverzüglich in intensive Verhandlungen ein und bereits Ende 2007 konnte man langfristige Verträge über die Lieferung von Lenkungsteilen abschließen. Der vereinbarte Produktionsstart Anfang 2009 ließ Felss aber nur ein gutes Jahr Zeit, um ein Unternehmen in China zu gründen.
Mitarbeiter fand die Gruppe in Deutschland: Sie stellte chinesische Studenten als Praktikanten ein oder betreute ihre Diplomarbeiten. Diese Nachwuchskräfte lernten früh die Fertigungsprozesse und innerbetrieblichen Abläufe kennen und halfen ihrem späteren Arbeitgeber, in Wujian, westlich von Shanghai, einen geeigneten Standort und Miarbieter vor Ort zu finden.

ERP ist ein Muss

Die Produktionssteuerung in Wujiang sollte von Beginn an umfassend computergestützt erfolgen. Schon seit Beginn der 90er-Jahre setzt das Unternehmen das ERP-System der Berlin PSI Aktiengesellschaft für Produkte und Systeme der Informationstechnologie ein. "Damals betrugen die Durchlaufzeiten für eine große Anlage bis zu 18 Monate, wir wollten aber einen Zeitraum von rund einem halben Jahr", schildert Andreas Liebe, Leiter EDV/Organisation bei Felss, die Herausforderung. Man suchte also eine Software, die vor allem Auftragsfertiger optimal unterstützt, und fand sie in dem Vorläufer des heutigen ERP-Standards der Psipenta Software Systems GmbH.
neben der eher klassischen Softwarevariante für den Maschinenbau setzt Felss im Berich Automotive heute viele Spezialitäten wie Chargenverfolgung, Seriennummern, Abrufe sowie EDI-Kommunikation mit Kunden und Lieferanten ein. Aber nicht nur ERP, auch grafische Leitstände, die Betriebsdaten- und Personalzeiterfassung sowie die Kommunikationsplattform MyOpenFactory kommen zum Einsatz. "Wir decken mit Psipenta sowohl die Auftrags- als auch die Serienfertigung ab", so der IT-Leiter.

International mit Multisite

Die gesamte IT ist zentral bei der Felss-Holding untergebracht. Bemerkenswert ist dabei, dass der Betrieb aller Werke mit einer 100-prozentigen Standardinstallation durchgeführt wird, Anpassungen sind nicht nötig. Die EDV/Organisation übernimmt alle Updates, sodass sie stets auf dem neuesten Stand ist. Seit zwei Jahren kommt ferner die ausgereifte Multisite-Funktionalität von Psipenta für verteilte Standorte zum Einsatz, die eine problemlose zentrale Verwaltung aller Konzernprozesse ermöglicht. Das System unterstützt auch die Prozesse zwischen den Gurppenmitgliedern, sodass allen Nutzern gemeinsame Daten zur Verfügung stehen.
Gerade in Multisite sieht Felss eine grundlegende Voraussetzung, ein großes Unternehmenszeil zu realisieren: die Internationalisierung des Konzerns. Neben der optimalen Nutzung der Funktionalitäten in allen Betrieben zählt vor allem der geringere Wartungsaufwand durch die zentrale Installation der Software und Datenbanken dazu. Alle Werke können die zentral bereitsgestellten Anwendugnen ohne Zusatzaufwand nutzen.

Rascher Erfolg mit der richtigen Software

Die gesamte Vorbereitung des Projekts in Deutschland konnte Liebe mit drei bis vier Mitarbeitern in zwölf Wochen abwickeln. Der ERP-Standard läuft jetzt in China voll produktv. "Vor Ort haben wir das in sieben Wochen geschafft und konnten Ende 2008 die ersten Teile produzieren", erzählt Liebe und berichtet noch, dass die neue Version des ERP-Standards es ermöglicht, künftig neben europäischen Sprachen auch Chinesisch untersützten. Damit kann das Unternehmen chinesische Mitarbeiter einstellen, die kein Englisch beherrschen.

(Quelle: VDMA-Nachrichten Januar 2010 www.vdma-verlag.com)