01.02.2010

"Schlankheitskur" für die Produktion

Lean Production für verbesserte Fertigungsprozesse

"Lean Management" und "Lean Production" sind Methoden für wirtschaftlichere Produktionsabläufe. Sie sollen die Fertigung und Logistik schneller, effizienter und profitabler gestalten.


Von Volker Vorburg

Da die meisten Unternehmen sich immer stärker auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren, sind sie mehr auf unternehmensübergreifende und überregionale Kooperationen und Wertschöpfungsketten angewiesen. Da führen Engpasssituationen in irgendeinem Teil der Welt rasch zu Verzögerungen und gefährden die Umsätze aller Beteiligten. So kommt der Anpassung an dynamische und variable Umweltbedingungen eine zunehmende Bedeutung zu.

"Lean Production"-Methoden (lean = schlank, mager) liefern dafür einen ganzheitlichen Ansatz, der nicht an den Werksgrenzen endet, sondern sich durch die gesamte Wertschöpfungskette zieht. Neue, speziell zugeschnittene IT-Lösungen, die auf Lean Production-Grundsätzen basieren, müssen wertschöpfende Fertigungs- und Logistikprozesse integrieren und unterstützen. Eine ideale Plattform dafür bietet beispielsweise PSIpenta adaptive, eine Software der Berliner Psipenta Software Systems GmbH.

"Ballast" verringern

Lean Production soll konsequent Verschwendung im gesamten Wertschöpfungsprozess vermeiden. Dabei ist es keine für sich allein stehende Methode oder Werkzeugsammlung, sondern eine ganzheitliche Philosophie der Führung und Steuerung eines Unternehmens. Zielfunktionen und Messgrößen sind Senkung der Bestände, Reduzierung der Tot- und Liegezeiten, somit auch der Durchlaufzeiten, sowie die Verringerung des gebundenen Kapitals in Form des Umlaufvermögens. Oft hört „Lean“ allerdings schon an der Unternehmensgrenze auf und die Zulieferer übernehmen die Pufferung und damit auch das Risiko. Hier können integrierte Regelkreise signifikant zur Risikominderung beitragen.

In PSIpenta adaptive verankerte Regler reagieren automatisch auf veränderte Rahmenbedingungen und richten das System selbständig an quantifizierten Zielen aus. Selbstregulierende Mechanismen untersuchen die Grunddatenparameter und Kapazitäten, berechnen Prognosen und leiten von ihnen über statistische Verfahren Stellgrößen ab. Bei Abweichungen wie Maschinenausfall oder Lieferverzug verändern sie die Stellgrößen, etwa durch Umstellung der Maschinenbelegung. 

Gezielt produzieren

Einen realistischen Liefertermin findet die Komponente Capable-to-Promise. Sie prüft den Auftragsdurchlauf von der Materialbeschaffung über die Werkstattsteuerung bis zum Versand und liefert so präzise Ergebnisse. Die resultierende Auftragsstruktur visualisiert das Programm und zeigt die Deckungs- und Terminsituation aller für den Liefertermin relevanten Artikel auf.

Der Dynamische Produktionsabgleich schließlich beeinflusst die Auftragsnetze, indem er kontinuierlich, etwa durch Änderung der Prioritäten, in das ERP-System eingreift und die Geschwindigkeit der Netze an die aktuelle Situation anpasst. Tagesgenaue Start- und Endtermine der Arbeitsgänge sorgen für die zweckmäßige Reihenfolge an einer Belegungseinheit. Unabwendbare Terminverschiebungen markiert er als kritische Wege, deren Ursachen dann manuell beeinflusst werden können.

Immer aktuell

Mit einer effizienten Problemlösungskultur und permanenter Anpassung an sich verändernde Gegebenheiten wird Lean Production zu einem stetigen Transformationsprozess der Organisation, der Produktionsmethoden sowie der Planung und Steuerung. Mit PSIpenta adaptive werden Störungen in diesen Prozessen automatisch ausgeregelt und die Auftragsnetze auf die Zieltermine ausgerichtet. So entsteht eine konstante Lieferfähigkeit bei minimaler Kapitalbindung.

 

(Quelle: VDI-Z 152 1/2|2010 www.vdi-z.de)